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NDR Kultur - Das Journal

Kultur, Magazin • 18.05.2026 • 22:45 - 23:15
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Originaltitel
NDR Kultur - Das Journal
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Kultur, Magazin
Vom Gewalttäter zum Jugendarbeiter für Gewaltprävention: die Geschichte des Hamburger Mashood Khan Der Hamburger Mashood Khan kennt die harte Realität der Straße aus eigener Erfahrung. Schon in jungen Jahren geriet er in ein kriminelles Umfeld. Gewalt, Jugendgangs und Straftaten bestimmten lange seinen Alltag, mehrfach kam er mit Polizei und Justiz in Konflikt. Nach und nach gelang ihm der Ausstieg aus diesem Milieu, und er veränderte sein Leben grundlegend. Heute arbeitet Mashood Khan als Sozialpädagoge, Rapper und Coach mit Jugendlichen, die ähnliche Erfahrungen machen wie er selbst früher. Mit Antiaggressionstrainings, Workshops und seiner Arbeit im Jugendstrafvollzug setzt er sich dafür ein, jungen Menschen neue Chancen zu eröffnen. In seinem neuen Buch "Vom Stolz der Straße" erzählt Mashood Khan offen und eindrucksvoll von diesem Wandel. Untertitel: "Meine Geschichte gegen Gewalt: über Ehre, Jugendgangs und zwei Chancen". "NDR Kultur - Das Journal" trifft Mashood Khan, spricht mit ihm über sein Leben und seine Arbeit. Wie Ultrareiche die Politik beeinflussen: ein Buch über Amerikas Geld-Elite Der US-amerikanische Journalist Evan Osnos liefert in seinem Buch "Yacht oder nicht Yacht" Einblicke in die Welt der Ultrareichen. Es ist eine Welt, in der das größte Problem zu sein scheint, wo man seinen exzessiven Reichtum parken kann. Besonders angesagt sind Megajachten, deren Preise die 500 Millionen Dollar-Marke locker überschreiten. Nie zuvor, schreibt Osnos, war die Ungleichheit in den USA so massiv wie heute. Besonders gefährlich ist die Entwicklung, dass die Ultrareichen sich mit ihrem Geld immer mehr Einfluss in der Politik erkaufen. Das ist zwar schon länger so, aber die unter Trump völlig schamlos gewordene Verbindung von Macht und Geld scheint sich mittlerweile komplett von jeglichen Wertesystemen abgekoppelt zu haben. Kann eine solche Gesellschaft Bestand haben? Warum wehren sich die Amerikaner nicht gegen die zunehmende Ungleichheit? Und was bedeutet die Entwicklung in den USA für Deutschland und Europa? In "NDR Kultur - Das Journal" spricht Osnos über "Yacht oder nicht Yacht". Bilanz eines Lebens: ein gigantisches Fotobuch der preisgekrönten Fotojournalistin Anja Niedringhaus Mehr als 30 Jahre Leben und Arbeiten mit und für die Fotografie. Anja Niedringhaus bekam als erste deutsche Fotografin 2005 den Pulitzer-Preis. Sie dokumentierte mit ihrer Kamera, was der Krieg mit Menschen macht und was die Menschen im Krieg tun. Auf dem Balkan, im Irak, in Libyen, in Gaza und in Afghanistan. Doch als "Kriegsfotografin" hat sie sich nie verstanden, obwohl sie oft nah an der Front war. Vor fast zwölf Jahren kam Anja Niedringhaus bei einem Einsatz in Afghanistan ums Leben, sie wurde gezielt erschossen. Jetzt wird ihr fotografisches Werk vom Göttinger Steidl Verlag herausgegeben. 1100 Fotografien - schwarz-weiß und farbig. Sieben Bände im Schuber. Die riesige Aufgabe, diese Bilder aus 300.000 auszuwählen und für den Fotoband zu kuratieren, hat ihre Schwester Gide Niedringhaus zusammen mit dem Verleger Gerhard Steidl übernommen. "Anja Niedringhaus - Photography" erscheint Ende Mai. Professioneller Tanz für alle: die MAI:COMPANY in Hamburg Hier darf jeder mittanzen - und das unter professioneller Anleitung. Die MAI:COMPANY in Hamburg steht für kreative Tanz- und Performanceprojekte, die Menschen unterschiedlichster Altersgruppen und Hintergründe zusammenbringen. Mit viel Erfahrung, künstlerischem Anspruch und einem offenen Konzept schafft die Choreografin Patricia Carolin Mai Räume, in denen Bewegung, Ausdruck und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen. Jetzt bringt die MAI:COMPANY die Produktion "Rockocko" auf die Bühne, Premiere ist am 28. Mai auf Kampnagel. Einer der Tänzer ist der 76-jährige Jürgen. "NDR Kultur - Das Journal" begleitet ihn bei den Proben. "Die Geschichte vom Soldaten": ein ungewöhnliches Musiktheaterprojekt in Göttingen Krieg und Zerstörung - zwei zeitlose Themen, die leider bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben. In Kunst und Kultur tauchen sie seit Jahrhunderten immer wieder auf. Eine neue Produktion am Deutschen Theater Göttingen verbindet nun zwei Werke aus ganz unterschiedlichen Epochen: Igor Strawinskys "Die Geschichte vom Soldaten" aus dem 20. Jahrhundert mit der Kantate "Wie liegt die Stadt so wüste" des Hamburger Organisten Matthias Weckmann aus dem 17. Jahrhundert. Weckmann schrieb das Werk nach den Erfahrungen von Pest und Verwüstung - eine eindringliche Klage über Verzweiflung, Verlust und den Zusammenbruch einer Welt. Strawinskys Stück erzählt dagegen von einem Soldaten, der seine Seele dem Teufel verkauft. Zusammen entsteht eine Inszenierung über Angst, Hoffnung und die Frage, wie Menschen mit Krisen und Katastrophen umgehen. Die gemeinsame Produktion von den Internationalen Händel-Festspielen, dem Göttinger Symphonieorchester und dem Deutschen Theater Göttingen feiert am 17. Mai Premiere.