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kulturMONTAG

Kultur, Magazin • 12.01.2026 • 22:29 - 23:14
Clarissa Stadler.
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Originaltitel
kulturMontag
Produktionsland
A
Produktionsdatum
2026
Kultur, Magazin
"Spaceboy" – Frank Schätzings Jugendheld David Bowie: Über David Bowie ist schon so ziemlich alles gesagt wie geschrieben worden. Dass sein legendärer Song und erster Hit "Space Oddity" aus dem Jahr 1969 auch lebensverändernd sein kann, das stellt Bestsellerautor Frank Schätzing in seinem Buch "Spaceboy" unter Beweis. Der 68-jährige Kölner, der 2004 mit seinem Sci-Fi-Thriller "Der Schwarm" weltberühmt wurde, verwebt in seinem neuen Werk die Biografie seines ganz persönlichen Jugendhelden David Bowie mit der Geschichte des eigenen Aufwachsens. Das Buch "Spaceboy" beginnt im Jahr 1969, als Schätzings nonkonformistischer Musiklehrer Bowies Song rund um Major Tom im Unterricht auflegt – und dem damals zwölfjährigen Klassen-Nerd ein komplett neues Universum um die Ohren fliegt. Schätzing, damals ein schüchterner Bub, der vollkommen entmutigt war vom eisenharten, fantasiebefreiten Schulbetrieb, dessen musische, bildende und vor allem literarischen Begabungen nicht zählten, fand in David Bowie einen rettenden Anker. Während sich sein Idol in Ziggy Stardust und den Thin White Duke verwandelte, kämpfte der spätere Autor mit dem unglamourösen Alltag eines bieder erzogenen westdeutschen Schülers und träumte von einer Rockstar-Karriere. Schon als Kind fühlte sich Schätzing zu unbekannten Welten hingezogen. Mit Bowie teilte er die Faszination für das Bedrohliche und die Lust, Entertainment daraus zu machen. Wie der Musiker Pate für den scheuen Burschen in seiner adoleszenten Selbstfindung stand, erzählt Frank Schätzing im "kulturMontag"-Interview. Zukunftsmusik – Kulturelle Teilhabe an Schulen: Wie kommen die Kinder zu mehr Kunst und Kultur? Dieses Thema will Kulturminister Andreas Babler in Angriff nehmen und kulturelle Teilhabe vermehrt im Regel-Schulsystem verankern. Und ist sich darin mit seinen Koalitionspartnern einig, denn das Anliegen hat auch Eingang in das gemeinsame Regierungsprogramm gefunden. Ein breiterer Zugang zu kultureller Bildung und eine bessere Talenteförderung sollen in Kooperation mit dem Regelschulwesen und Kulturinstitutionen sowie der Kunstszene weiterentwickelt werden. Wie ist der Status quo und welche Initiativen haben sich an Österreichs Schulen schon bewährt? Wie kann kulturelle Bildung elementarer Bestandteil der Allgemeinbildung werden? Elementares Musizieren, kurz ELEMU, heißt ein vor zwölf Jahren in Wien gestartetes Projekt, das es schon in ganz Österreich gibt. In Kooperation von Musikschulen und der Bildungsdirektion richtet sich dieses Angebot an Volksschulklassen und ist kostenfrei. Mit ein Grund dafür war und ist die veränderte Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen, denn die künstlerischen Fächer wurden massiv reduziert. Eine erfolgreiche Initiative, schließlich profitieren mittlerweile 27 Wiener Volksschulen von den ausgebildeten Musikschullehrerinnen und -lehrern, die somit in den Volksschulen qualitätsvollen Musikunterricht ermöglichen. Der "kulturMontag" hat sich auf Lokalaugenschein auf den Bildungscampus Deutschordenstrasse in Wien Penzing begeben. Wagemutig – Iranischer Filmemacher Jafar Panahi im "kulturMontag"- Exklusiv-Interview: Wegen "Propaganda gegen das Regime" saß er jahrelang im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran ein, ein jahrzehntelanges Berufs-, Ausreise - und Interviewverbot wurde verhängt. Nichts davon hat Jafar Panahi davon abgehalten weiterzumachen. Im Gegenteil, mit seinem jüngsten Film "Ein einfacher Unfall" hat der iranische Regisseur die Filmfestspiele von Cannes gewonnen und ist für die Golden Globes nominiert. Bei den "Gotham Awards" Anfang Dezember in New York, einem der ersten Oscar-Anzeiger der Saison, wurde der Streifen zum Abräumer des Abends – mit drei Preisen für die beste Regie, das beste Originaldrehbuch und den besten internationalen Film. Dass "Ein einfacher Unfall", der als Frankreichs Kandidat ins Oscar-Rennen geschickt wurde, auch gewinnen könnte, liegt somit im Bereich des Möglichen. Für Panahi wäre diese Trophäe ein weiterer Höhepunkt seiner ungewöhnlichen Karriere, wurde er doch auch schon mit einem Goldenen Löwen für seinen Film "Der Kreis" aus dem Jahr 2000 und einem Goldenen Bären 2015 für seine dokumentarische Filmkomödie "Taxi Teheran" ausgezeichnet. Ob er der Oscar-Gala im März beiwohnen wird können, steht freilich noch in den Sternen. Zumal die aktuellen, neu entflammten Proteste im Iran das Regime noch repressiver agieren lassen. Jafar Panahi stellt für den Konflikt ein eindrückliches Beispiel dar. Denn jener wird nicht nur auf dem politischen Parkett, auf Öl- und Schlachtfeldern ausgetragen, sondern auch auf dem Rücken der Kunst. Seine Kreativität wurde stets durch Repressionen ausgebremst, aber umgekehrt auch angetrieben. Auch seinen jüngsten Film "Ein einfacher Unfall" hat er, aller Verfolgung und Zensur zum Trotz, heimlich gedreht; Seine Handlung kann sich vielleicht nur einer ausdenken, der in einem System von Unfreiheit und Unterdrückung existieren muss: Sie erzählt von Schuld, Vergeltung, Gerechtigkeit, Brutalisierung durch ein grausames Regime und Rache. Im ausführlichen "kulturMontag" Exklusivgespräch mit Christian Konrad zieht Jafar Panahi Bilanz.