Großes Kino – 79. Filmfestspiele von Cannes: Von 12. bis 23. Mai ist Cannes wieder Hotspot der internationalen Filmwelt. Denn auch bei der 79. Ausgabe des wohl bedeutendsten Filmfestivals versammelt sich in der südfranzösischen Kleinstadt die Créme de la Créme der Branche. Heuer wir das Rennen um die Goldene Palme besonders spannend, konkurrieren doch so große Namen wie Pavel Pawlikowski mit "Vaterland", Jafar Farhadi mit "Histoires parallèles" oder Pedro Almodóvar mit "Bitter Christmas". Auch die Österreicherin Marie Kreutzer ist mir ihrem mit Léa Seydoux und Catherine Deneuve starbesetzten neuen, vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens unterstützten Werk "Gentle Monster" im Wettbewerb dabei – die Geschichte zweier Frauen, die ihr Leben Männern widmen, die dunkle Seiten haben. Mit Sandra Wollner ist eine weitere Österreicherin in Cannes vertreten: In der Sektion "Un Certain Regard" stellt sie ihr, ebenfalls vom ORF-kofinanziertes Drama "Everytime", in dem sie das Thema Trauerverarbeitung aufgreift, vor. Abseits des Wettbewerbs sorgt John Travolta mit seinem Regiedebüt "Propeller One-Way Night Coach" für Glanz an der Croisette. Last but not least werden in diesem Jahr zwei Ikonen der Film- und Musikwelt mit der Ehrenpalme geehrt: Barbra Streisand und "Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson. "Es ist nicht mehr mein Problem" – Schlingensief-Ausstellung im MAK: Für die einen als "Peter Pan der Provokation", "Heiliger Narr" oder als "genialer Wüterich" verehrt, von den anderen als "zynischer Provokateur ohne jegliche Substanz" abgelehnt – Christoph Schlingensief, subversiver Universalkünstler mit unberechenbarem Hang zur Dreistigkeit. Man hat ihm Aktionismus vorgeworfen, ihn als Medienclown missverstanden. Dabei erinnerte er die zutiefst abgeklärte Kulturszene einfach nur daran, dass Handeln möglich ist, ohne jeden Sinn für Widersprüche über Bord zu werfen. 16 Jahre nach seinem Tod würdigen die Wiener Festwochen mit der ersten umfassenden Ausstellung unter dem Titel " Es ist nicht mehr mein Problem" im Wiener MAK Museum für angewandte Kunst den Filmemacher, politischen Aktivisten, Theater- und Opernregisseur, bildenden Künstler und Bestsellerautor. Schlingensiefs Werk zwischen Irritation und Erkenntnis, Überforderung und Reflexion, sprengte alle Grenzen. Sein ausgeprägtes soziales Gewissen machte ihn zum Nachfolger von Joseph Beuys, dessen Idee der sozialen Plastik ihn bis zuletzt nicht losgelassen hat. Schlingensief glaubte an ihre weltverbessernde Kraft, daran, dass man die Welt verändern kann, dass man sie sogar verändern muss. Die künstlerische Auseinandersetzung mit Fremdheitsdiskursen, rassistischen Projektionen, populistischen Mechanismen und medialer Zuspitzung macht sein Werk zu einem zentralen Referenzpunkt für gegenwärtige Debatten um Migration, Identität und demokratische Fragilität. Bon Voyage – Salzburger Pfingstfestspiele 2026: "Bon Yoyage" – so lautet das Motto, das die künstlerische Leiterin Cecilia Bartoli für die diesjährigen Pfingstfestspiele in Salzburg ausgerufen hat. Reisen ist seit jeher ein fixer Bestandteil der Künstlerinnen und Künstler und auch Stoff zahlreicher Werke. Seit mehr als 40 Jahren ist das Festival ein Fixstern im Veranstaltungskalender der Mozartstadt. Heuer lockt die Bartoli mit einer szenischen Neuproduktion von Gioachino Rossinis " Il Viaggio a Reims" an die Salzach. Nach "La Cenerentola" und "Il barbiere di Siviglia" ist es die dritte Rossini-Produktion. Für die Inszenierung der Opera buffa, die Rossini 1925 anlässlich der Krönung des französischen Königs Karl X. komponierte, setzt Cecilia Bartoli erneut nicht nur auf ihren Lieblingskomponisten, sondern auch auf einen ihrer Lieblingsregisseure. Barrie Kosky hat für die extravagante Geschichte über Reisende, die in einem Hotel festsitzen, jede Menge an Feydeau'schem Witz, Drive und erotischem Slapstick parat.