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ttt - titel thesen temperamente

Kultur, Magazin • 08.06.2026 • 03:45 - 04:15
Max Moor gibt Informationen über aktuelle Ereignisse und wichtige Trends im deutschen und internationalen Kulturleben. ttt stellt Künstler aller Genres in den Mittelpunkt der Betrachtung, macht Kunst optisch erfahrbar, zeigt Zusammenhänge auf und stellt den Wettstreit der Meinungen in der Kulturszene dar.
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"ttt – titel, thesen, temperamente" – Moderatorin Siham El-Maimouni
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MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Siham El-Maimouni - ttt – titel, thesen, temperamente
"ttt – titel, thesen, temperamente" – Moderatorin Siham El-Maimouni
© MDR/Hagen Wolf, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter MDR-Sendung und bei Nennung "Bild: MDR/Hagen Wolf" (S2+). MDR/HA Kommunikation, 04360 Leipzig, Tel: (0341) 300 6477 oder - 6463
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Siham El-Maimouni - ttt – titel, thesen, temperamente
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Originaltitel
ttt - titel, thesen, temperamente
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Kultur, Magazin
Kulturkampf in Sachsen-Anhalt: Wie frei ist die Kunst, wenn die AfD mitregiert? Was passiert mit Kunst- und Meinungsfreiheit, wenn im Herbst bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt die AfD in Regierungsverantwortung kommt? Einen Vorgeschmack konnte man in den vergangenen Wochen in Magdeburg bekommen. Arne Semsrott, Autor und Aktivist, sollte in der Stadtbibliothek sein neues Buch "Gegenmacht – die Zivilgesellschaft schlägt zurück" vorstellen. Doch dann schritt die Stadtverwaltung ein, die Lesung sollte in ein Kulturzentrum verlegt werden. Semsrott vermutet ein Einknicken vor der AfD, der Partei also, die wenige Monate vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt mit mehr als vierzig Prozent in Führung liegt und in ihrem Regierungsprogramm klar benennt, wie sie sich Kunst und Kultur in Zukunft vorstellt: deutsch und national. Noch hat man in Sachsen-Anhalt allerdings nicht aufgegeben: Ende Mai wurde im Landtag das "Kulturfördergesetz" verabschiedet. Es bekennt sich ausdrücklich zum Schutz kultureller Vielfalt. Gleichzeitig haben Kulturschaffende des Landes ein Statement für Kunstfreiheit und gegen politische Instrumentalisierung verfasst. Das Neutralitätsgebot, so das Statement, bedeute nicht, dass die Kunst neutral gegenüber politischem Extremismus sein muss. In Magdeburg hat "ttt" mit Kulturstaatsminister Rainer Robra und der Museumsdirektorin Annegret Laabs gesprochen. Außerdem kommentieren Arne Semsrott und Deniz Yücel vom PEN Berlin die Entscheidung der Stadtverwaltung Magdeburg, die Lesung des Autors zu verlegen. / "Zwei Menschen sind in mir" – Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann: Hochbegabt, lyrisches Supertalent, brillante Erzählerin, auffällige Person – Ingeborg Bachmann war eine Ausnahmeerscheinung, eine der wenigen weiblichen Stimmen in der männlich dominierten deutschsprachigen Literaturszene der Nachkriegszeit. An ihrer Person schieden sich von Anfang an die Geister. Viele Kritiker und Schriftstellerkollegen bewunderten ihre ungewöhnliche Sprache und poetische Kraft, andere hielten sie für überambitioniert. Bachmanns unglückliche Liebe zu dem Dichter Paul Celan und dem Komponisten Klaus Werner Henze sorgten für Gerede. Der im Jahre 2022 veröffentlichte Briefwechsel mit ihrem Geliebten Max Frisch wurde fast 50 Jahre nach ihrem Tod zum Bestseller. Immer wieder setzte sie sich in ihren Texten mit Gewalt, Unmöglichkeit von Beziehungen und Geschlechterrollen auseinander. Am 25 Juni wäre sie 100 Jahre alt geworden. Drei Biografien und ein Film feiern das Jubiläum. "ttt" stellt Regina Schillings Film "Jemand, der ich einmal war" und Andrea Stolls Biografie "Zwei Menschen sind in mir" vor und fragt: Wie schauen wir heute auf die Literatin, die bis zuletzt umstritten blieb? / Ein Land, viele Namen – Tuvia Tenenbom im Westjordanland: Die Schwierigkeiten beginnen schon beim Namen. Die meisten Länder nennen das Gebiet westlich des Jordanflusses Westbank oder Westjordanland. Seit Jahren ist dafür auch der Name Palästina im Umlauf. Die Israelis sprechen von umstrittenen oder besetzten Gebieten oder einfach von "diesem Ort". Für die zionistischen Siedler ist es das Heilige Land Judäa und Samaria. Tuvia Tenenbom, der sich acht Monate hier einquartiert hat und durch Siedlungen und Flüchtlingslager gestreift ist, tauft es kurzerhand "BI", biblisches Israel. Sein Reisebericht "Wie nennt ihr dieses Land hier? Unter Siedlern" ist ein 600 Seiten starkes Roadmovie und Psychogramm einer der prominentesten und zugleich unbekanntesten Regionen der Welt. Tenenbom, amerikanischer Theatermann und Autor, 1957 in Tel Aviv geboren, stammt aus einer deutschjüdisch-polnischen Familie und lebt seit 1981 in New York. Seine Reportagen "Allein unter Deutschen", "Allein unter Briten", "Allein unter Amerikanern" waren internationale Bestsellererfolge. Im neuen Buch begegnet er den Menschen im Westjordanland, das seit 1967 von Israel besetzt ist, mit großer Unbefangenheit und radikaler Neugier. Er spricht mit Rabbinern und Radikalen, trifft sich mit Aktivisten und Journalisten, Palästinensern und Politikern. Er tauscht sich aus mit messianischen Juden, arabischen Dorfbewohnern und amerikanischen Demonstranten. Hinterfragt Mythen und Propaganda. Zurzeit ist Tuvia Tenenbom auf Lesetour in Deutschland, "ttt" hat ihn in Leipzig getroffen. / Applaus, Applaus – 30 Jahre Sportfreunde Stiller: Zunächst einmal waren sie nicht weniger als die freundlichste Band des Landes. Mit Hand auf dem Herz und dem Reim-Lexikon. Und dann waren sie plötzlich Fußballsong-Weltmeister. Und immer noch freundlich. "Applaus, Applaus / Für deine Worte / Mein Herz geht auf / Wenn du lachst." Die Sportfreunde Stiller - das ist ein schiefer Reim, der die Welt geraderückt. Ein einziges Beugen und Strecken von Wortspielen im Dienste der Menschenfreundlichkeit. Die Band, der Udo Jürgens einst riet: "Keine Angst vorm Pathos!" Und tatsächlich: Die Sportfreunde hatten nie Angst vor großen Gefühlen. "'54, '74, '90, 2006" - ein Fußballlied, das viel mehr von Hoffnung erzählt. "Wellenreiten" war 1999 der erste Hit. Und eigentlich versuchen die Sportfreunde seitdem immer wieder dasselbe: das Gefühl eines Sommers ins Unendliche zu verlängern. 30 Jahre Sportfreunde Stiller. Für eine Großraummünchner Schrammelband mit Endreim-Fetisch sind sie erstaunlich weit gekommen. Sie sind die vielleicht einzige deutsche Band, die es wirklich gut mit uns meint. Happy Birthday, Sportfreunde Stiller.